Insert Coins

Die Geschichte dahinter

Es ist jetzt schon eine Weile her, da habe ich mir ein ArcadeCab zusammengeschustert. Nicht besonders schön, viel zu klein und der Plan, den ich im Internet gefunden habe, hat auch nicht ganz gestimmt, was dazu führte, dass ich etwas improvisieren musste.

 

 

Vorüberlegungen

Wie zu sehen ist, ist das Cab eines der schönsten auf diesem Planeten, kommt halt auf den Blickwinkel und den Standpunkt an. Da sich Standpunkte mit der Zeit ändern können und sollten, habe ich mich entschlossen, das CAB neu zu gestalten und den Aufbau von vorne herein mit einem funktionierenden Plan zu beginnen. Wenn ich ehrlich bin, war dieses CAB nur dazu gedacht, den grundsätzlichen Aufbau und die Funktionalität zu prüfen, sowie die Konstruktion auf mögliche Schwachstellen hin zu untersuchen.

Der Ausgangspunkt meiner Arcade Ambitionen war der Bau eines Williams Defenders, ein Gerät, das wir vor Jahrhunderten in den Spielhallen bis über eine Million Punkte und noch viel weiter, gequält haben, während Stunden unseres Lebens und ein kleines Vermögen an uns vorbeizogen :-) Den Defender habe ich vor Jahren auf einer Retro CD mit ein paar andern Spielen erworben, die unter DOS lauffähig gewesen ist. Die Begeisterung war sofort wieder da, der Spielespass über die Tastatur das Spiel zu bedienen, war so grottig, dass es zu einem sofortigen kalten Entzug geführt hat und die CD in einer Schublade verschwunden ist.

Wie das nunmal so mit den Süchten ist, sie geben keine Ruhe, daher war dieses CAB die nächste logische Konsequenz und hat meine Sucht auch ne Weile befriedigt. Die erste Version dieses CABs war eine reine Defender Version, die nur die dafür benötigten 6 Bedienelemente: Reverse, Fire, Thrust, Smartbomb, Hyperspace und den Joystick hatte. Hinzu kamen noch die Player 1 & 2 Tasten. Zunächst ertwas unständlich zu bedienen, immer mit der Maus an der Hand und Mame Aufruf mit einem Spiel, war relativ schnell klar, dass es hier eine Maschine geben wird, die Spiele der 80er Jahre enthält, basierend auf dem Gehäuse eines Defenders.

Ich habe also zuerst damit begonnen, den Nachfolger des Defenders, die Stargate Maschine zu integrieren. Auf dem Controllerboard war dafür nur ein einziger weiterer Knopf nötig, der Invisio. Kurz eingebohrt, verkabelt und an den dicken ipac4 von Ultimarc angeschlossen.

Den Controller hatte ich mir schon im Vorfeld besorgt, für meinen V-Pin habe ich damals den kleinen Bruder verwendet, beim Arcade Projekt war mir irgendwie von Anfang an klar, dass ich wohl mehr Bedienelemente benötigen werde.

Den grundsätzlichen Aufbau des Controllerpultes habe ich mir dann auch schon mal überlegt und in einer kleinen Zeichnung verewigt.

 

Diesen Grundaufbau habe ich dann noch etwas weiter entwickelt, mittlerweile sind noch Spinner und Flightsticks in der Planung, von Lightguns sehe ich aktuell noch ab, vielleicht in einem anderen Projekt. Zur aktuellen Planung gibt es noch keine Entwürfe, bzw. diese sind in meinem Kopf und müssen da jetzt raus :-)

Nachdem ich diesen Grundaufbau hatte, habe ich auf mein TestCab Controllerboard noch die restlichen Mameknöpfe gesetzt, außerdem noch an den Seiten optionale Flipperknöpfe integriert, um eventuell DT-Tische spielen zu können.

Nun aber zurück zum CAB, das ich jetzt bauen will.

Internetrecherche

Im Internet habe ich so einiges an Decals, Marquees, Plänen und einige Ideen für das Aussehen eines Arcade CABs gesehen. Am besten gefallen hat mir eine Lösung aus den USA, bei der ein Originalgehäuse eines Defenders so modifiziert wurde, dass es möglich war, eine weitere Konsole aus dem Inneren des CABs heraus zu klappen, um weitere Bedienelemente zur Verfügung zu haben. Es bietet sich damit die Möglichkeit, mit der Defenderkonsole nicht nur den Defender zu spielen, sondern auch das eine oder andere Spiel, welches mit den Bedienelementen des Defenders bedienbar ist. Darunter fallen fast alle Spiele, bei denen der Spieler alleine an der Konsole steht und sich die Spieler abwechseln.

Spiele, bei denen zwei Spieler gleichzeitig die Konsole bedienen, sind allerdings außen vor. Dafür also die ausklappbare Konsole.

Rückblick und Erinnerungen

Da es in den Spielhallen nicht nur den Defender gegeben hat, sondern auch andere Spiele, entschied ich mich, das Layout der extra Konsole an das Layout von Gauntlett I anzupassen. Gauntlett I war für mich der Nachfolger des Defenders. Mit meinem Kumpel Charlie haben wir es damals geschafft, die Kiste in einer 16 Stunden Session abwechslend so weit an Lebenseinheiten hoch zu setzten, dass wir den Zähler überdrehten. Eigentlich ging es nur darum, herauszufinden, ob der Zähler auf Null zurückstellt, oder einfach weiterzählt und später wieder richtig runter zählt.

Ihr könnt mir glauben, dass es schon cool war, das Volk der Spieler im Rücken, die Mattscheibe vor uns und der der Zähler springt von 99999 auf 00000, zählt dann weiter hoch und er springt wieder auf 99999 zurück, wenn man Lebenseinheiten verliert. Applaus und Staunen rundrum und wir haben dann den Freiburger Rekord um 1:00 Uhr morgens abbrechen müssen, weil die Spielhalle dicht machte, mit genau 1 DM in der Kasse vom Gauntlett :-) Am Rande bemerkt, noch ein paar Fakten:

  • wir kannten alle Bilder
  • wir hatten den Skill mit einer Mark zu spielen
  • Die Maschine war angeblich auf höchste Schwierigkeitsstufe eingestellt,
  • bei minimalen Lebenseinheiten pro DM

Die letzten beiden Punkte hatten wir uns selber zuzuschreiben, die Kiste hat sich einfach nicht mehr für den Betreiber gerechnet. Meistens sind wir in die Halle gekommen, irgend jemand fragte uns, ob wir nicht ein paar Lebenseinheiten aufbauen könnten, er zahlt, wir jagen den Score hoch. Oft mussten wir auch mitten im Spiel einsteigen, um zu retten, was zu retten war. Für uns war es OK, half unser Budget zu entlasten und trotzdem zu spielen. Den Betreiber hats natürlich nicht gefreut, daher die Schwierigkeitsstufen.

Nach unserem Rekord hatte die Maschine aber für fast alle Spieler den Reiz verlohren, wurde kurz darauf aus der Spielhalle entfernt und durch ne Daddelmaschine ersetzt. Da war wenigstens der Gewinn für den Besitzer sicher, nur unsere Welt war es nicht.

OK, zurück ins hier uns jetzt.

Der Aufbau des CABs

Der Aufbau ist also grob umrissen:

Eine Konsole für Defender, auf der auch ein paar Einzelspieler Games gespielt werdenkönnen, eine weitere Konsole, die für die restlichen Games benutzt wird und bei Bedarf hinzugefügt werden kann.

Wie gesagt, im Internet hab ich schon so einiges an Plänen gesehen, einen bei Jakobud.com, den ich mir auch mal ausgedruckt habe.

Einziges Manko: Keine Winkel, unvollständig Bemassung und dann noch Inch und Zoll Urrrgggghhhhhhhhhh

Redesign des Planes

Also, frisch ans Werk, erst mal alles mit 2,54 multiplizieren und bei Pythagoras nachfragen, wie das mit den Seiten der Dreiecke denn so gewesen ist. Nachdem alles so weit berechnet ist, kommt noch eine Prise Sinus und Cosinus hinzu und schon haben wir die fertigen Winkel und Bemaßung für mein Defender CAB.

Ein erster Blick

Das ist jetzt ein Screenshot aus dem freien CAD Programm FreeCAB, um die Abmessungen zu dokumentieren. FreeCAD wird auch das Programm sein, mit dem ich dieses CAB planen und visualisieren werde, da mein Aufbau schon etwas komplexer sein wird. Nachdem ich die Seitenwand schon mal in 2D gezeichnet habe, wurde diese auch in 3D überführt und nebenbei auch dubliziert.

 

Die Bemaßungen und die Abstände werden von Anfang mit den originalen Abmessungen konstruiert. Das macht es später einfacher, den fertigen Plan in einzelne Teile zu zerlegen und die benötigten Teile im Baumarkt zu besorgen. Cool wäre natürlich, wenn man die CAD Daten gleich in eine Fräse schubsen könnte und den fertigen Bausatz aus ner Platte herausfräsen lässt. So weit bin ich nur noch nicht, bei mir wird das alles von Hand gemacht, ist auch deutlich spassiger.

Also, Schritt eins ist gemacht, die bisherigen Ausführungen waren nur die Einleitung, mit FreeCAD hab ich mich auch erst zwei Tage beschäftigt und weiß aktuell noch nicht so genau, wie das Progrämmchen funktioniert. Da ist noch Luft nach oben und Bestandteil des anstehenden, verregneten Wochenendes und am Montag weiß ich dann mehr, vielleicht ist die Kiste dann schon konstruiert.